Schwanger trotz Pille? Einnahmefehler Vermeiden! Freitag, 12. Januar 2018

© Narong Jongsirikul – Fotolia.com © Narong Jongsirikul – Fotolia.com

Sie ist eines der sichersten Verhütungsmitteln: die Pille. Und trotzdem kommt es vor, dass Frauen schwanger werden, wenn sie die Pille einnehmen. Das Problem sind meist Anwendungsfehler, nicht das Präparat. Erfahren Sie hier, welche Faktoren dazu beitragen, dass die Pille nicht mehr wirkt und eine Empfängnis möglich ist. 

In Deutschland ist die Pille immer noch das Verhütungsmittel Nummer 1. Fast jede zweite Frau nimmt das Hormonpräparat, um sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen. Mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 ist sie ein sehr sicheres Verhütungsmittel. Der Index sagt aus, dass bei einer korrekten Einnahme innerhalb eines Jahres weniger als eine von 100 Frauen trotzdem schwanger wird.

Wirkung der Pille: Hormone verhindern Eisprung

Das liegt an der effektiven Wirkungsweise der Pille. Sie enthält die künstlichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen und hält somit das Hormonlevel auf einem konstanten Niveau. Die Veränderung des Hormonhaushaltes eines natürlichen Zyklus bleibt aus, die Ovulation (Eisprung) wird unterbunden. Dadurch reift keine fortpflanzungsfähige Eizelle heran und eine Schwangerschaft ist nicht möglich. Zudem verändert sich durch die zugeführten Hormone der Gebärmutterschleim (Zervixschleim) so, dass Spermien den Eingang zur Gebärmutter nicht mehr passieren können.

Sollte dennoch eine Eizelle heranreifen und befruchtet werden, ist eine Schwangerschaft trotzdem unwahrscheinlich. Durch die regelmäßige Einnahme der Hormone baut sich die Gebärmutterschleimhaut nicht in einem natürlichen Maße auf, sodass sich eine befruchtete Eizelle gar nicht richtig in der Gebärmutter einnisten kann. Die Kombination dieser Mechanismen macht die Pille zu einem sicheren Verhütungsmittel.

Schwanger trotz Pille: Das können die Ursachen sein

Trotz der sicheren Wirkung kommt es immer wieder zu ungewollten Schwangerschaften. Das liegt meist an Anwendungsfehlern und nicht am Präparat. Denn die Pille erzielt nur ihre volle Wirkung, wenn sie regelmäßig eingenommen wird. Erfahren Sie mehr über den richtigen Umgang mit der Pille. Wir zeigen nachfolgend die fünf häufigsten Gründe, weshalb die Pille nicht richtig wirkt.

#1: Pille vergessen

Die eigene Vergesslichkeit ist der häufigste Grund für eine ungewollte Schwangerschaft trotz Pille. Das Präparat wirkt nur, wenn es jeden Tag genommen wird. Am besten ist es, die Pille immer zur selben Uhrzeit zu schlucken, damit der Hormonspiegel nicht absinkt. Kleine Abweichungen setzen die Wirkung noch nicht außer Kraft – wird die vergessene Pille innerhalb der zwölf Stunden nach der planmäßigen  Einnahme geschluckt, bleibt der Verhütungsschutz aktiv. Vergehen mehr als 12 Stunden, ist eine Schwangerschaft theoretisch möglich.

Es spielt allerdings auch eine Rolle, in welcher Phase des Zyklus die Pille vergessen wurde. In der ersten Einnahmewoche ist beim Vergessen des Präparats der Verhütungsschutz nicht mehr gewährleistet und es sollten sieben Tage lang Kondome zusätzlich verwendet werden. In der zweiten Einnahmewoche ist eine vergessene Tablette nicht so schlimm – der Hormonspiegel im Blut ist durch die regelmäßige Einnahme davor und danach konstant. In der dritten Einnahmewoche sollte bei einer vergessenen Pille auf die siebentägige Einnahmepause verzichtet werden, da sonst ein Eisprung stattfinden kann. Nach der letzten Tablette wird direkt eine neue Packung angeschlossen.

#2: Magen-Darm-Infekte und Erbrechen

Treten nach der Einnahme der Pille Magen-Darm-Beschwerden mit Durchfall und Erbrechen auf, kann es sein, dass die Hormone nicht ausreichend in den Körper übergegangen sind und die kleine Tablette zu früh ausgeschieden wird. Dann kann das Präparat seine Wirkung nicht richtig entfalten. Kommt es bis zu vier Stunden nach der Einnahme zu Durchfall oder Erbrechen, sollte sieben Tage lang zusätzlich mit Kondomen verhütet werden, um eine Schwangerschaft sicher ausschließen zu können.

In diesem Zusammenhang spielt auch Alkohol eine Rolle mit Verhütungspannen und der Pille: In einer durchzechten Nacht kann es durchaus vorkommen, dass die Einnahme entweder vergessen wird, oder ausgeschieden wird, wenn man sich nach ein paar Drinks zu viel übergeben muss.

#3: Die Pille und Wechselwirkung mit Medikamenten

Bestimmte Medikamente wirken sich negativ auf die Pille aus. Diese Wechselwirkungen können zu einer ungewollten Schwangerschaft trotz Pille führen. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Antibiotika, Antihistaminika (für Allergiker), Antiepileptika, Antimykotika (Antipilzmittel), Malariamittel oder Chemotherapeutika. Auch frei verkäufliche Arznei mit dem Bestandteil Johanniskraut kann die Wirkung der Pille abmindern und zu einer Schwangerschaft führen.

Wer also die Pille nimmt und zusätzlich Medikamente verschrieben bekommt, sollte sich immer entweder beim Arzt, Apotheker oder dem Beipackzettel über mögliche Wechselwirkungen mit dem Hormonpräparat informieren. Im Zweifelsfall sollte während der Einnahme der Medikamente prophylaktisch mit einem Kondom verhütet werden.

#4: Die Auswirkung der Ernährung auf die Verhütung

Die Ernährung wirkt sich auf die hormonelle Verhütung aus. Bei Untergewicht kann es sein, dass der Körper Östrogen und Gestagen aus der Pille nicht richtig aufnehmen kann und der Verhütungsschutz nicht ausreichend besteht, um eine Schwangerschaft zu verhindern.

Einige Lebensmittel haben eine ähnliche Wirkung auf den Verhütungsschutz wie Medikamente. Dazu gehört zum Beispiel die Grapefruit. Wer regelmäßig große Mengen der Zitrusfrucht zu sich nimmt, kann den Hormonhaushalt nachhaltig durcheinander bringen, sodass der Schutz nicht zwangsläufig weiterhin besteht. Gerade während eines Urlaubes kann eine veränderte Ernährung zu diesem unerwünschten Nebeneffekt führen. Auch hier empfiehlt sich das zusätzliche Benutzen von Kondomen.

#5: Erkrankungen und Verhütung

Krankheiten, die den Stoffwechsel beeinflussen gefährden die empfängnisverhütende Wirkung der Pille. Dazu gehören unter anderem entzündliche Magen-/Darmerkrankungen wie etwa Morbus Crohn. Auch Mukoviszidose-Patienten laufen Gefahr, durch die Stoffwechselerkrankung keinen sicheren Verhütungsschutz aufbauen zu können – auch bei regelmäßiger Pilleneinnahme. Chronischer Durchfall, Bulimie und Magersucht spielen auch eine Rolle beim Thema Pille und unerwünschte Schwangerschaft.

Sollte eine Grunderkrankung vorliegen, muss der Verhütungsschutz mit dem Arzt diskutiert und abgestimmt werden. Der Gynäkologe ist der richtige Ansprechpartner und kann der Patientin je nach Erkrankung das geeignete Kontrazeptiva empfehlen.

Verhütungspanne: Die Pille danach

Ist es zu einer Verhütungspanne gekommen, kann die Pille danach gegebenenfalls eine ungewollte Schwangerschaft verhindern. Die Pille danach gibt es inzwischen rezeptfrei in den Apotheken. Wer sie nimmt, verschiebt seinen Eisprung um bis zu fünf Tage nach hinten. Direkt nach der Panne eingenommen, kann so eine Befruchtung der Eizelle unterbunden werden. Fallen Einnahmefehler, ungeschützter Verkehr und Eisprung allerdings zusammen, kann auch die Pille danach wirkungslos sein – es handelt sich dabei nicht um ein Präparat, das eine Schwangerschaft abbricht. Eine Befruchtung ist also auch das der Einnahme der Pille danach möglich.

 Eine Schwangerschaft erkennen

Wer mit der Pille verhütet und trotzdem Schwanger ist, bemerkt das häufig nicht sofort. Man rechnet nicht mit einer Schwangerschaft und achtet vielleicht weniger auf die körperlichen Anzeichen. Ein sicheres Anzeichen ist das Ausbleiben der Periode. Doch wer zuvor die Pille nimmt, kann trotz Schwangerschaft in der Einnahmepause leicht bluten. Dabei handelt es sich nicht um eine Menstruationsblutung, sondern um eine Reaktion des Körpers auf den Hormonabfall. Genau genommen findet während der Einnahme der Pille keine richtige Periode statt – es sind deutlich schwächere und kürzere Abbruchblutungen. Auch die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter kann zu einer leichten vaginale Blutung führen.

Andere Anzeichen einer Schwangerschaft sind ein verändertes Geruchsempfinden, Übelkeit, Spannungsgefühl in den Brüsten, eine dunklere Färbung der Brustwarzen, Schwindel und starke Müdigkeit. Sollten diese Symptome auftreten, oder Sie vermuten, dass Sie schwanger sein könnten, sollten Sie einen Schwangerschaftstest machen. Die meisten Tests aus den Apotheken oder Drogerien liefern ab dem ersten Tag der ausbleibenden Monatsblutung ein Ergebnis. Ein Teststreifen ermittelt den HCG-Gehalt im Urin – er ist sieben Tage nach der Befruchtung bis zur 12. Schwangerschaftswoche erhöht.

Schwangerschaftstest positiv: Ab zum Frauenarzt

Bei einem positiven Testergebnis sollten Sie umgehend den behandelnden Gynäkologen aufsuchen. Auch wenn der Test negativ ausgefallen ist, Sie allerdings dennoch eine Schwangerschaft vermuten, sollten Sie zum Frauenarzt gehen. Er kann mittels einer Blutuntersuchung Klarheit schaffen.

Liegt eine Schwangerschaft vor, sollte die Pille sofort abgesetzt werden. Die Einnahme der Pille während der ersten Schwangerschaftswochen sollte dem ungeborenen Kind zwar nicht schaden, doch die Hormongabe kann der Körper durcheinanderbringen und natürliche Prozesse stören.

Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

Schreib einen Kommentar an apomio

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *.

Beitragssuche

Corega Ultra Haftcreme Frisch Gsk Otc Medicines apomio.de Medikamenten-Preisvergleich
-35%*
Corega Ultra Haftcreme Frisch heute ab 2,37 €
Abtei Gelatine Pulver Deutsche Chefaro Pharma  apomio.de Medikamenten-Preisvergleich
-25%*
Abtei Gelatine Pulver heute ab 5,95 €
Inhalator Kunststoff Careliv Produkte  apomio.de Medikamenten-Preisvergleich
-52%*
Inhalator Kunststoff heute ab 2,86 €
Abtei Baldrian Forte Beruhigungsdragees Deutsche Chefaro Pharma  apomio.de Medikamenten-Preisvergleich
-36%*
Abtei Baldrian Forte Beruhigungsdragees heute ab 5,39 €