Wissenswertes zu Migräne

Migräne ist eine Art von Kopfschmerz, die in unterschiedlichen Erscheinungsformen, Schweregraden und Häufigkeit auftritt. 

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Migräne – das Unwetter im Kopf 

Migräne ist eine Art von Kopfschmerz, die in unterschiedlichen Erscheinungsformen, Schweregraden und Häufigkeit auftritt. Neben den Spannungskopfschmerzen ist Migräne in Deutschland die häufigste Kopfschmerzart; etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Eine Migräne kann in jedem Lebensalter auftreten und Männer, Frauen wie auch Kinder befallen.

Meist treten einseitige Kopfschmerzen auf, die häufig von Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen und Überempfindlichkeit gegen Licht und Geräusche begleitet sind. Der Schmerz wird als pochend, bohrend oder hämmernd beschrieben. Im Durchschnitt dauern Migräneanfälle zwischen 4 und 72 Stunden.

Zu den vielfältigen Auslösern einer Migräne gehören Wettereinflüsse, Stress und hormonelle Schwankungen. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen kündigt sich ein Migräneanfall vorher an, z.B. durch Stimmungsschwankungen, Flimmern vor den Augen oder sogar Sprachstörungen.

Die Ursachen von Migräne sind noch nicht eindeutig erforscht. Viele Mediziner vermuten Störungen der Botenstofftransporte im Gehirn und eine erbliche Veranlagung. Besonders oft wird der Neurotransmitter Serotonin in einen Zusammenhang mit Migräne gebracht. Serotonin gibt Informationen von Nervenzellen an Organe oder an andere Nervenzellen weiter. Nach einer verbreiteten Theorie sind bei Migräne die beiden Serotoninspiegel im Körper (der im Blut messbare periphere Serotoninspiegel und der zentrale Serotoninspiegel im Gehirn) zu niedrig bzw. zu hoch.

Die verschiedenen Migräne-Formen

Migräne kann in unterschiedlichsten Formen und Unterformen auftreten. Die beiden verbreitetsten Typen dieser Erkrankung sind

Migräne ohne Aura: Hierbei handelt es sich um die häufigste Form. Es treten anfallartige, meist einseitige, mittelstarke bis starke Kopfschmerzen auf. Im Gegensatz zur Migräne mit Aura gehen einer Attacke keine neurologischen Symptome wie Seh- und Sprachstörungen auf. Die Schmerzen werden stärker, sobald sich die Betroffen körperlich bewegen, dazu kommen Übelkeit und erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen. Die Anfälle können bis zu 72 Stunden anhalten.

Migräne mit Aura: Diese Form ist gegeben, wenn vor dem Auftreten der Kopfschmerzen neurologische Symptome auftreten, die zusammenfassend als „Aura“ bezeichnet werden. Zu ihnen gehören vor allem Sehstörungen wie Lichtblitze und Flimmern vor den Augen, Kribbeln in den Extremitäten, Sprachstörungen, Schwindel und generelles Unwohlsein. Diese Erscheinungen gehen meist nach etwa einer Stunde zurück. Wichtig ist, die Aura-Symptome von den sehr ähnlichen Symptomen eines Schlaganfalls zu unterscheiden. Dabei ist gut zu wissen, dass die Aura eher schleichend beginnt und langsam zunimmt, während der Schlaganfall und seine Begleitsymptome meist sehr plötzlich auftreten. Im Zweifelsfall sollte schnell ein Arzt hinzugezogen werden.

Wie kann Migräne behandelt werden?

Migräne zu behandeln heißt immer, sowohl gegen akute Attacken vorzugehen als auch vorbeugend zu wirken. Bei der Akutbehandlung wie bei der Migräneprophylaxe können Medikamente mit anderen Behandlungsverfahren kombiniert werden. Auch das individuelle Verhalten der Betroffenen spielt eine entscheidende Rolle. Viele Patienten kennen „ihre“ Migräne und die Auslöser von Migräneattacken, wissen, wie sie diese vermeiden können und was bei ihnen am besten gegen einen akuten Anfall hilft. Die Schwere wie auch die Häufigkeit der Migräneanfälle lassen sich somit deutlich beeinflussen.

Bei einer akuten Attacke ist es ratsam, sich in einem abgedunkelten, stillen Raum hinzulegen. Das jeweils geeignete Schmerzmedikament sollte so früh wie möglich, schon bei den ersten Anzeichen eines Anfalls, genommen werden. Manchmal lässt sich dadurch ein Anfall sogar verhindern. Bei den ersten Anzeichen nehmen viele auch ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetikum) mit Wirkstoffen wie Metoclopramid oder Domperidon ein. Gegen die Symptome helfen oft zusätzlich Schlaf und kalte Stirnkompressen.

Medikamente gegen akute Migräne-Beschwerden

Je nach Schwere und Typ der Symptome eignen sich unterschiedliche Medikamente. Schwerere und wiederholt auftretende Formen der Migräne sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden und eignen sich in aller Regel nicht zur Selbstmedikation!

Bei leichter bis mittelschwerer Migräne helfen Mittel wie ASS (Acetylsalicylsäure), Paracetamol und Ibuprofen, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. In Studien hat sich eine Dreierkombination aus ASS, Paracetamol und Koffein gegenüber den Einzelsubstanzen oder den Kombinationen ohne Koffein als am wirksamsten erwiesen. Daher wird sie von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfohlen.

Bei schwerer Migräne kommen häufig Triptane zum Einsatz. Diese sind so genannte Serotonin-Rezeptor-Agonisten und verhindern, dass der Nervenbotenstoff Serotonin im Gehirn an bestimmten Rezeptoren andocken kann. Dadurch reduzieren sie die Kopfschmerzen und ihre Begleitsymptome. Gleichzeitig verengen sich durch die Wirkstoffe die Blutgefäße im Gehirn, was wiederum häufig die Schmerzen einer Migräne lindert.

Wichtige Hinweise zur medikamentösen Migränebehandlung:

Medikamente mit den Triptanen, Almotriptan und Naratriptan (enthalten z.B. in den Präparaten Dolortriptan oder Naratriptan Hexal) sind mittlerweile auch ohne Rezept erhältlich. Dennoch ist in jedem Fall eine ärztliche Beratung vor ihrer Einnahme ratsam, da sie bei bestimmten Migräneformen, in bestimmten Anfallphasen sowie bei bestimmten anderen Erkrankungen nicht eingesetzt werden dürfen. Auch Kinder unter 12 Jahren dürfen Triptane nicht einnehmen.

 

Während Schwangerschaft und Stillzeit sollten Patientinnen alle Medikamente – auch rezeptfreie – nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt anwenden. So dürfen z.B. Triptane während der Schwangerschaft überhaupt nicht angewendet werden. Da Triptane in die Muttermilch übergehen, darf der Säugling erst ab zwölf Stunden nach der letzten Einnahme wieder gestillt werden.

Pflanzliche und alternative Behandlung von Migräne

Viele Betroffene möchten chemische Substanzen zur Behandlung ihrer Migräne vermeiden und suchen deshalb gezielt alternative Behandlungsmethoden. Hier steht eine Vielzahl von Optionen zur Verfügung.

Pflanzliche Medikamente

Vor allem bei leichteren Formen können verschiedene pflanzliche Präparate (Phytotherapeutika) helfen. Bewährt haben sich die Wirkstoffe Pestwurz und Mutterkraut. Die Heilpflanze Pestwurz wurde bereits in die aktuellen Richtlinien zur Migränebehandlung aufgenommen. Mutterkraut wirkt vor allem beruhigend, kann aber auch Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen reduzieren. Empfohlen wird auch bei diesen pflanzlichen Präparaten, die Einnahme vorher mit dem Arzt zu besprechen. Denn auch hier ist es wichtig, richtig zu dosieren und eventuelle Gegenanzeigen zu beachten.

Akupunktur und Akupressur

Diese alternative Behandlungsmethode wird inzwischen auch bei Migräne vielfach zum Einsatz gebracht. Das gezielte Setzen der Nadeln kann nachweislich die Häufigkeit und die Intensität der Migräne-Anfälle lindern, wirkt allerdings nur vorbeugend. Heilen kann Akupunktur die Migräne nicht, dennoch kann sie bei vielen Betroffenen die Lebensqualität steigern, da sie die Symptome deutlich lindern kann. Die Akupressur wird nach dem gleichen Prinzip angewandt wie die Akupunktur, hier allerdings wird nicht mit Nadeln, sondern mit sanftem Druck auf bestimmte Körperstellen gearbeitet. Insgesamt zeigt die Akupressur weniger Erfolg als die Akupunktur.

Homöopathie

Viele naturheilkundlich orientierte Therapeuten halten Homöopathie für ein sehr effektives Mittel gegen Migräne. Wenn auch die Wirksamkeit unter Experten nach wie vor umstritten ist, so können Homöopathen den Ursachen und Auslösern einer Migräne oft besser auf die Spur kommen als Schulmediziner, da sich Naturheilkundler meist mehr Zeit für ihre Patienten nehmen. Als homöopathische Präparate werden u.a. empfohlen: Iris versicolor bei Aura-Migräne mit starker Übelkeit; Belladonna vor allem bei pochendem Kopfschmerz mit starker Übelkeit und Erbrechen; Bryona bei starker Berührungsempfindlichkeit; Nux vomica bei Migräneanfällen, die durch Stress, Schlafmangel und Ärger ausgelöst wird

Schüssler-Salze

Viele Betroffene berichten von positiven Erfahrungen beim Einsatz der Schüssler-Salze. Apotheker und Heilpraktiker empfehlen vor allem die folgenden:

Nr. 7 (Magnesium phosphoricum), Nr. 8 (Natrium chloratum), Nr. 14 (Kalium bromatum), Nr. 21 (Zincum chloratum) und Nr. 22 (Calcium carbonicum).

Besonders bei durch Überlastung ausgelöster Migräne kann die Einnahme von Magnesium vorbeugend wirken. In der Apotheke gibt es verschiedene Mineralstoff-Präparate und entsprechende Schüssler-Salze.

So kann man der Migräne vorbeugen

Mehrere medikamentöse wie auch verhaltensbezogene Maßnahmen haben sich in der Migräneprophylaxe schon oft als hilfreich erwiesen. Medikamente zur Migräne-Vorbeugung sollten erst zum Einsatz kommen, wenn andere Methoden nicht oder nicht ausreichend helfen. Ihr Einsatz muss vorab mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

Als nichtmedikamentöse Maßnahme empfehlen viele Experten das Führen eines Migränekalenders oder eines Migränetagebuchs. Es hilft, individuelle Auslöser von Migräneattacken zu erkennen und sie daraufhin nach Möglichkeit zu vermeiden.

Auch regelmäßige Bewegung, idealerweise Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren, kann die Häufigkeit und Schwere von Migräne-Attacken deutlich reduzieren.

Vielen Migränepatienten helfen auch Entspannungsmethoden zum Ausgleich von Stress und Anspannung, darunter die progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Biofeedback.

Auch zu viel Ruhe wird Migränepatienten sehr geraten. Regelmäßige Erholungs- und Auszeiten im Alltag können vorbeugend wirken.

Nicht zuletzt sollten Migränepatienten auf regelmäßige Mahlzeiten und ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, denn häufig werden Migräneattacken durch ausgelassene Mahlzeiten und zu wenig Trinken ausgelöst.