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Aus die Laus: Läuse richtig bekämpfen

Kommentar schreiben Mittwoch, 21. Januar 2015

Die Kopfhaut juckt unerträglich und das Kind kratzt: Häufig sind Kopfläuse die Ursache für dieses Verhalten. Doch Läuse sind kein Weltuntergang. Mit einer einfachen Behandlung wird man die Parasiten wieder los – mit mangelnder Hygiene hat der Befall nichts zu tun.

Vor allem Kinder sind häufig von diesen Parasiten betroffen: den Kopfläusen (Pediculus capitis). Dabei handelt es sich um bis zu 3 Millimeter große, flügellose Insekten, die ausschließlich den Mensch befallen und sich auf der Kopfhaut ansiedeln. Hier finden sie ideale Bedingungen vor, um sich zu vermehren.

Wie bekommt man Läuse?

Jeder kann von Läusen befallen werden. Dabei spielt die persönliche Hygiene keine Rolle. Auch auf sehr gepflegten Köpfen fühlen sich die kleinen Tierchen wohl. Läuse krabbeln von Kopf zu Kopf. Deshalb sind Kinder häufiger betroffen als Erwachsene. Wer beim Spielen die Köpfe eng zusammensteckt, ermöglicht den Parasiten einen Übergang auf einen anderen Wirt. Dass man sich an einem Gegenstand ansteckt, auf dem eine Laus liegt, ist sehr unwahrscheinlich, da sie nicht lange fernab vom menschlichen Haupt überleben können. Außerdem würden sie den Kopf niemals freiwillig verlassen.

Gerade Kindergärten, Schulen oder Sport- und Freizeitgruppen stellen für Kinder die größte Ansteckungsgefahr dar. Hier haben es die Parasiten leicht, neue Köpfe zu befallen und sich weit zu verbreiten. Deshalb sind Eltern verpflichtet der Einrichtung, die ihr Kind besucht, einen Läusebefall zu melden. Dann ist es wahrscheinlich, dass noch weitere Kinder die Parasiten haben. Sobald Sie erfahren, dass ein Kind aus dem näheren Umfeld Läuse hat, sollte das eigene Kind untersucht werden.

Warum juckt die Kopfhaut?

Läuse ernähren sich ähnlich wie Stechmücken vom menschlichen Blut. Dazu zapfen sie kleine Gefäße der Kopfhaut an und hinterlassen etwas Speichel in der winzigen Wunde. Dieses Sekret löst den Juckreiz aus. Da weibliche Läuse viele Eier legen, vermehren sich die Blutsauger rasch, mehr Läuse piksen in den Kopf und es juckt umso stärker. Vor allem die Regionen hinter den Ohren, an den Schläfen und im Nacken sind häufig vom Befall betroffen. Hier herrschen für die Parasiten ideale Temperaturen.

Sind durch das Kratzen bereits Hautwunden entstanden, sollte der Kinderarzt aufgesucht werden. Es kann sonst zu Infektionen kommen.

Was tun, wenn man Läuse entdeckt?

Um festzustellen, ob das Kind Kopfläuse hat, müssen die Haare an der Kopfhaut untersucht werden. Mit einer Lupe und einem Läusekamm das nasse Haar gründlich durchkämmen und den Kamm nach jedem Zug auf einem Küchenpapier ausstreichen. Finden sich Nissen, Läuse oder Larven auf dem Papier, muss die Behandlung sofort gestartet werden. In der Regel kann die Behandlung selbst durchgeführt werden. Lediglich bei Kleinkindern, Babys, bei bekannten Kopfhauterkrankungen, bei einer Chrysanthemenallergie (ist in vielen Läusemitteln enthalten) und während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Dazu sollte das Haar mit einer handelsüblichen Spülung eingerieben werden, das erleichtert zum einen das Kämmen mit dem engzinkigen Kamm und verhindert, dass sich die Läuse bewegen. Dann sollte ein Läusemittel aus der Apotheke angewendet werden. Die Anwendung erfolgt nach Packungsbeilage oder Empfehlung des Apothekers. Wichtig zu beachten ist, dass auf jeden Fall 8 bis 10 Tage nach der ersten Behandlung mit dem Läusemittel eine zweite erfolgen muss. Viele Läusemittel wirken gegen Larven und ausgewachsene Tiere, allerdings nicht gegen Eier. So soll ein erneuter Befall durch die neu geschlüpften Parasiten verhindert werden.

Nach der Anwendung des Läusemittels die nassen Haare wieder mit einer Spülung behandeln und gründlich mit einem Läusekamm auskämmen. Dieses Kämmen sollte nach der ersten Mittel-Anwendung alle vier Tage durchgeführt werden.

Was muss noch beachtet werden?

Nachdem Sie Läuse bei ihrem Kind festgestellt haben, muss Kindergarten, Schule, Verein und näheres Umfeld informiert werden. Außerdem sollten Sie alle anderen Familienmitglieder auf die Parasiten untersuchen. Sind weitere Personen betroffen spart es Zeit die Behandlung gleichzeitig zu starten.

Bettwäsche, Kissen und Kuscheltiere sollten in einem Plastiksack luftdicht verschlossen werden. Nach drei Tagen sterben die Läuse darin ab, falls welche vorhanden sind. Jedes Familienmitglied sollte eine eigene Haarbürste verwenden, um eine Übertragung verirrter Parasiten zu vermeiden. Den Läusekamm und eventuell verwendete Bürsten können nach der Behandlung in heißes Seifenwasser gelegt werden. So sterben daran hängende Tiere ab.

Haareföhnen sollte während der Behandlung vermieden werden, da es die Kopfhaut zusätzlich beansprucht und keine Auswirkung auf die Läuse hat. Auch der Gang in die Sauna tötet die ungebetenen Gäste nicht ab.

 Übersicht über den Behandlungsplan:

  • Tag 1 (Tag der Entdeckung der Kopfläuse): Behandlung mit Läusemittel und anschließend nasses Auskämmen (s.o.)
  • Tag 5: Nasses Auskämmen, um früh geschlüpfte Larven zu entfernen
  • Tag 8, 9 oder 10: Zweite Behandlung mit Läusemittel, um spät geschlüpfte Larven abzutöten; anschließend nasses Auskämmen
  • Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen
  • Tag 17: Eventuell letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen (insbesondere wenn der Befall sehr stark war)

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA); www.kindergesundheit-info.de

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Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

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