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Brustkrebs: Selbst abtasten

Kommentar schreiben Samstag, 15. Oktober 2016

Die wichtigste Vorbeugung gegen eine bösartige Brustkrebserkrankung ist die regelmäßige Selbstuntersuchung der Brüste. Wie erfolgt die Selbstuntersuchung? Gibt es einen günstigen Zeitpunkt? Wissenswertes zum Thema Brustkrebs und Selbstuntersuchung im folgenden Beitrag.

Ursachen von Brustkrebs

Der Brustkrebs ist die häufigste bösartige Krebserkrankung der Frau. Leider ist eine Zunahme an Brustkrebserkrankungen zu verzeichnen. Für die Ausbildung spielt sicherlich das Alter der Frau eine gewisse Rolle. Das Risiko einer Erkrankung bei einer Frau, die älter als 40 Jahre ist, ist eindeutig größer, aber auch bei Frauen, die jünger als 30 Jahre sind. Eindeutig im Zusammenhang mit der Entstehung von bösartigem Brustkrebs steht eine familiäre Belastung. Weitere Risikofaktoren sind:

  • gutartige Brustdrüsenerkrankungen
  • das Vorliegen eines über einen großen Zeitraum bestehenden Follikelhormonspiegels (zum Beispiel erste Periodenblutung vor dem zwölften Lebensjahr und die letzte Periodenblutung nach dem 52. Lebensjahr) oder
  • ein höheres Lebensalter bei der Geburt

Wie funktioniert eine Selbstuntersuchung?

Jede Frau sollte mehrfach ihre Brüste selbst untersuchen, durch Betrachten der Brüste vor dem Spiegel mit gesenkten und erhobenen Armen und durch Betasten der Brust einschließlich der Achselhöhlen. Überprüft eine Frau in regelmäßigen Abständen ihre Brust, fällt ihr auch frühzeitig die Entstehung von Veränderungen auf. Dazu gehören:

  • eine neu auftretenden Größendifferenz der Brüste
  • ein unterschiedliches Verhalten der Brüste beim Anheben der Arme
  • eine Einziehung oder ein unterschiedlicher Höhenstand der Brustwarzen
  • eine Einziehung im Bereich eines schwer verschieblichen Hautbezirks
  • Auftreten einer sogenannten Apfelsinenschalenhaut an einem Hautbezirk
  • nässende Hautveränderung im Bereich der Brustwarze
  • Hautrötungen
  • Absonderungen aus der Brustwarze, insbesondere blutiges Sekret

Besonders im oberen äußeren Quadranten der Brust lassen sich eventuell umschriebene Verhärtungen oder Knoten tasten. Manchmal können auch derben Lymphknoten in der Achselhöhle festgestellt werden, die nicht (!) schmerzhaft sind. Als günstigster Zeitpunkt für eine Selbstuntersuchung eignen sich die ersten Tage nach der Periodenblutung, weil dann die Brust nicht fest ist und dadurch Abweichungen und Verdickungen leichter festgestellt werden können. Kurz vor der Periodenblutung klagen nämlich viele Frauen über Brustspannen, wodurch Selbstuntersuchungen schwer fallen und Veränderungen vielleicht nicht auffallen.

Vorsorgeuntersuchungen durch den Gynäkologen

Die Brust sollte darüber hinaus in einer Krebsvorsorgeuntersuchung mindestens einmal im Jahr vom behandelnden Gynäkologen abgetastet werden.

Knotenbildung bei Frauen, die stillen

Manchmal stellen Frauen in der Stillzeit einen harten Knoten in der Brust fest. Nicht immer muss dahinter eine Brustkrebserkrankung stecken: Auch ein Milchstau kann sich mit einer harten Stelle an der Brust und Schmerzen bemerkbar machen. Die harte Stelle kann klein sein oder eine größere Fläche umfassen. Auch kann die Haut an der betroffenen Stelle gerötet sein. Es wird empfohlen, dass die stillende Frau einen Arzt aufsucht, denn ein Milchstau kann auch in eine Brustentzündung (Mastitis) übergehen. Ohnehin ist eine gynäkologische Untersuchung wichtig, um eine Diagnose sicherzustellen oder sie auszuschließen.

Behandlung bei Verdacht auf Brustkrebs

Bei der Beobachtung nur einer oder mehrerer der beschriebenen Veränderungen ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Durch die Untersuchung und die Durchführung eventuell erforderlicher Zusatzmethoden kann eine Krebserkrankung ausgeschlossen oder bestätigt werden.

Folgende zusätzliche diagnostische Maßnahmen können angewendet werden:

  • Mammographie (Röntgendiagnostik)
  • Sonographie (Ultraschalluntersuchung)
  • Milchgangsdarstellungen mit Kontrastmitteln
  • die Punktion des verdächtigen Bezirkes (um die gewonnen Zellen einer mikroskopischen Beurteilung zuzuführen)
  • die gezielte Gewebsentnahme
  • die Tumorentfernung für eine mikroskopische Gewebsuntersuchung (und als absolute Absicherung der Diagnose)

 

Bei dem operativen Eingriff einer Tumorentfernung lässt man eine Schnellschnittdiagnose durchführen: bei der mikroskopischen Beurteilung des Gewebes im Labor kann dann schnell festgestellt werden, ob es sich um eine bösartige Krebserkrankung handelt oder nicht. Liegt ein Nachweis von bösartigen Zellen vor, kann sofort die dann erforderliche Operation durchgeführt werden. Glücklicherweise wird der Eingriff nicht mehr so radikal ausgeführt, wie es in der Vergangenheit oft der Fall gewesen ist, aber die Achselhöhlenlymphknoten werden immer mit entfernt. Oft bietet sich eine Aufbaukorrektur bei einer nur teilweise entfernten Brust als Nachfollgeoperation an.

Für viele Frauen bedeutet das eine erhebliche Verbesserung ihres Lebensgefühls, denn der Verlust einer Brust ist für viele Frauen immer noch mit dem Verlust der Weiblichkeit gleichzusetzen.

 

Hier noch eine Infografik von Health Rise GmbH bereitgestellt:

 

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J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Die ausgebildete Operations-Technische Assistentin hat nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Weiterbildung zur Chirurgisch-Technischen Assistentin in der Allgemein- und Visceralchirurgie in Köln absolviert. Inzwischen blickt sie auf eine mehrjährige Erfahrung in der OP-Assistenz in diesem Fachgebiet zurück. Neben ihrer Tätigkeit im OP studiert Frau Ehresmann Humanmedizin in einem Modellstudiengang in Aachen.

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