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Hilfe bei Heuschnupfen durch Hypnose und Entspannungstechniken

Kommentar schreiben Montag, 18. Juli 2016

Stress verstärkt Allergien. Auch den lästigen Heuschnupfen. Wird das Nervensystem jedoch beruhigt, tränt auch die Nase weniger und die Schwellung der Nasenschleimhaut geht wohltuend zurück. Doch wie soll man bei all dem Trubel mal eben ruhig werden? Ganz einfach: durch Entspannungsmethoden. Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Yoga und Selbsthypnose haben sich besonders bewährt. Alles Methoden, die mit Hilfe von Kursen, DVDs oder youtube leicht zu erlernen und auch zuhause anwendbar sind. Erfahren Sie mehr zu den einzelnen Entspannungstechniken und wie Sie mit der Selbsthypnose gleich beginnen können.

Welche Wechselwirkung besteht zwischen Psyche und Heuschnupfen?

Nerven- und Immunsystem stehen in enger Verbindung. Wie das Zusammenspiel stattfindet, ist längst nicht vollständig erforscht. Man weiß nur, dass eine emsige Kommunikation über Botenstoffe herrscht. Dazu zählen auch Stresshormone. Je höher der Stresspegel, umso mehr trieft die Nase. In einer Studie der Ohio State University wurden 12 Wochen lang 179 Allergie-Patienten beobachtet. Ergebnis war, dass jedem allergischen Anfall emotionaler Stress vorausging. Depressive Verstimmungen hatten interessanterweise keinen Einfluss. Das Fatale bei Stress, in dessen festen Griff wir uns alle meist befinden, ist zusätzlich, dass er die Ausschüttung von Histamin bewirkt, das Heuschnupfen auslöst.

Ein weiterer Beweis für die lindernde Wirkung von Entspannung auf Heuschnupfen liefert eine Studie der Universität Basel. Hier wurde der Einfluss von Selbsthypnose auf die Pollenallergie getestet. Die Teilnehmer kamen mit einer deutlich geringeren Dosis ihrer Medikamente aus als zuvor.

Welche Entspannungsmethoden wirken?

Letztendlich alle. Die Frage ist, welche Form von Technik einem persönlich liegt. Klassisch, effektiv und an jeder VHS zu erlernen ist das Autogene Training. Die Grundstufe besteht aus sechs Übungseinheiten. Sie bewirken ein Schwere- und Wärmegefühl in Armen und Beinen, die Beruhigung von Pulsschlag und Atmung, ein Wärmegefühl im Sonnengeflecht (Solarplexus) und eine angenehme Kühle der Stirn. Sie werden im Liegen oder Sitzen durchgeführt. In der Oberstufe wird mit individuellen Autosuggestionen mit dem Ziel der Persönlichkeitsentfaltung gearbeitet.

Bei der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson wird, bei den Füßen angefangen, ein Körperteil nach dem anderen angespannt und wieder losgelassen. Die Technik kann mit Hilfe einer CD oder an der VHS erlernt werden. Der Stressabbau läuft über den Körper ab. Dasselbe gilt für Qi Gong und T’ai Chi. Die beiden fernöstlichen Methoden entspannen tief und lösen Energieblockaden. Der Körper wird beweglich und die Haltung aufrecht. Das wirkt sich zusätzlich positiv auf das seelische Befinden aus. Die Bewegungsabläufe werden an Privatinstituten und z.T. in Sporteinrichtungen und an der VHS gelehrt. Nach etwas Übung kann man beides zuhause praktizieren. Auch Sport ist letztendlich eine Entspannungsmethode. Wer sich ordentlich ausgepowert und die Wut und den Stress weggeradelt oder aus dem Leib gejoggt hat, ist auf jeden Fall tiefenentspannt und hat durch die Bewegung noch deutlich mehr für seinen Körper getan.

Welche Yoga-Übungen helfen bei Heuschnupfen, welche sollte man nicht durchführen?

Um Yoga zu betreiben, macht es schon Sinn, sich von einem gut ausgebildeten Lehrer einführen zu lassen. Ein Buch oder youtube zum Einstieg ist nicht empfehlenswert. Oft hängt die Wirkung von einer kleinen Veränderung in der Position ab. Das kann nur jemand sehen, der sich damit auskennt und von außen draufschaut. Zwischen den Übungs-Abenden kann Yoga dann auch täglich zuhause praktiziert werden Bei Heuschnupfen beginnt man mit einer Übung in der Bauchlage. Sie massiert die inneren Organe durch und fördert die Ausscheidung von Schadstoffen. Beispiele dafür sind die Kobra, Heuschrecke und der Bogen. Als ausgleichende Gegenbewegung und zur Dehnung und Stärkung der Muskeln im Bereich des Brustkorbs eignen sich Rückbeugen wie der Fisch, das Kamel und die Brücke. Verzichten sollten Sie bei Heuschnupfen auf Übungen, bei denen es zu höherem Druck auf den Kopf kommt, wie Kerze und Kopfstand. Grund: Sie regen die Schleimproduktion an. Yoga-Körperübungen sind sehr geeignet, Stress und die Überreaktion des Immunsystems herunterzufahren. Der Körper wird geschmeidig, die Organe werden durchblutet und es entsteht eine länger andauernde Gelassenheit – eine gute Prophylaxe für die nächste Nies-Attacke. Und wie alle Entspannungsmethoden völlig nebenwirkungsfrei!

Wirkt Hypnose bei Heuschnupfen?

Dass Hypnose wirkt und sich während der Trance tatsächlich etwas verändert im Gehirn, ist heute erwiesen. Ihre Wirkung speziell bei Heuschnupfen ist noch nicht wissenschaftlich belegt, aber von Heuschnupfen-Patienten oft genug bestätigt worden. Neben der erwünschten Entspannung werden durch eine medizinische Hypnose die Selbstheilungskräfte aktiviert und das Immunsystem stabilisiert. Sie wird von einem Arzt, Psychotherapeuten oder Heilpraktiker ausgeführt.

Wie wird eine Selbsthypnose durchgeführt?

Grundsätzlich kann jeder mit Visualisierungen und Fantasiereisen arbeiten. Das ist nämlich eine Selbsthypnose. Man stellt sich etwas vor. Da ein tiefer Entspannungszustand eintreten kann, sollten Patienten mit seelischen Störungen vor der Durchführung Rücksprache mit ihrem Arzt halten. Das gilt  auch für Autogenes Training und Meditation. Setzen oder legen Sie sich bequem hin. Schließen Sie die Augen. Beobachten Sie Ihren Atem, wie sich Ihre Bauchdecke langsam hebt und senkt. Wenn Sie sich ruhig fühlen, beginnen Sie beim nächsten Ausatmen von 10 bis 1 rückwärts zu zählen. Ausatmen 10, Einatmen, Ausatmen 9 usw. Atmen Sie dabei ganz ruhig weiter. Wenn Sie bei 1 angekommen sind, stellen Sie sich vor, Sie sitzen am Strand am Meer, um Sie herum nur Sand und vor Ihnen das endlose Wasser. Die Luft ist völlig rein. Endlich können Sie wieder tief durchatmen. Ihre Augen sind gesund und Sie haben eine klare Sicht bis zum Horizont. Am meisten genießen Sie, dass Ihre Nase frei ist und Sie wieder frei durchatmen können. Prägen Sie sich dieses Gefühl ein. Und merken Sie sich, dass Sie jederzeit an diesen Ort zurückkehren und sich erholen können. Mit diesem sicheren Gefühl zählen Sie wieder zurück, beim Ausatmen, von 1 bis 10. Kommen Sie mit Ihrem Bewusstsein zurück in den Raum, in dem Sie gerade sitzen oder liegen. Räkeln und strecken Sie sich und öffnen Sie die Augen. Wenn es Ihnen besser gefällt, können Sie sich auch vorstellen, auf einem hohen, kahlen Berg zu sitzen. Hauptsache, es ist ein Umfeld, in dem es nur eine geringe oder gar keine Pollenbelastung gibt. Wenn Sie die Übung oft genug durchgeführt und den Ort verinnerlicht haben, können Sie sich jederzeit im Alltag schnell dorthin „beamen“. Viel Erfolg!

Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

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