© photo_mts - Fotolia.com

Keine Periode? Keine Panik! Diese 8 Ursachen führen zu Zyklusstörungen

Kommentar schreiben Dienstag, 26. September 2017

Warten auf die Periode: Wenn die Monatsblutung ausbleibt ist das oft eine Schrecksekunde. Schnell kommt eine Frage auf:  „Bin ich schwanger?“ Doch das Ausbleiben der Menstruation kann auch andere Ursachen haben. Wir erklären, was dazu führt, dass die Periode ausbleibt, wann ein Besuch beim Gynäkologen sinnvoll ist und was das Ausbleiben der Regel (Amenorrhoe) bedeutet.  Das Tagezählen beginnt: Wenn die Monatsblutung ausbleibt, verfallen viele Frauen in eine leichte Panik. „Bin ich schwanger?“, „Habe ich richtig verhütet?“, „Habe ich die Pille richtig eingenommen?“ – diese Fragen schwirren schnell durch den Kopf. Doch nicht immer ist eine Schwangerschaft der Grund für die fehlende Periode. Der weibliche Zyklus ist komplex und Störungen können verschiedene Ursachen haben.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Das Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe) ist während einer Schwangerschaft, der Stillzeit und in den Wechseljahren (Klimakterium) ein normaler Prozess. Ist eine Schwangerschaft ausgeschlossen, kann die fehlende Menstruation auf andere Ursachen zurückgeführt werden (kann eine Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden, sollte der Gynäkologe aufgesucht werden). Man spricht von einer primären Amenorrhoe, wenn bis zum 16. Lebensjahr keine Monatsblutung stattgefunden hat. Dann liegt meist eine genetische Erkrankung oder eine krankhafte Veränderung der Geschlechtsorgane vor. In den meisten Fällen handelt es sich bei dem Ausbleiben der Blutung allerdings um eine sekundäre Amenorrhoe - es haben bereits mehrere Zyklen stattgefunden bevor die Menstruation aussetzt.

Im Weiteren geht der Artikel auf die häufigsten Ursachen der sekundären Amenorrhoe ein.

1. Stress beeinflusst den Zyklus 

Stress auf Papier geschriebenEin Umzug, Stress im Job oder ein belastender Streit in der Familie: psychischer und körperlicher Stress können sich negativ auf den weiblichen Zyklus auswirken. Auch wichtige Termine, anstehende Reisen mit Zeitverschiebung oder Zeitdruck bringen die Abläufe des Körpers schon einmal durcheinander. So kann in seelisch belastenden Phasen die Regelblutung ausbleiben. Das beste Mittel um dem Stress entgegenzuwirken ist Entspannung. Wer sich Zeit für sich nimmt und auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers achtet, wird auch schnell wieder in den gewohnten Rhythmus kommen. Positiv auf das Gemüt und das Wohlbefinden wirken Entspannungsmethoden wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Meditationen. Auch Sport kann dabei helfen den Hormonhaushalt wieder ins Lot zu bringen – durch Bewegung werden Stresshormone im Kreislauf abgebaut.

 

Übrigens: Seelisches Ungleichgewicht und Stress gehört zu den häufigsten Ursachen für das Ausbleiben der Periode!

 

Passende Produkte zum Thema

2. Extreme körperliche Belastung stört die Menstruation 

Leistungssportlerinnen werden das kennen: Wer seinen Körper regelmäßig an die absolute Belastungsgrenze treibt, riskiert eine Störung des Zyklus. Denn: Extremer Leistungssport wirkt auf den Körper wie Stress. Es wird zu wenig des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen gebildet und die Periode bleibt aus. Hier hilft es, etwas kürzer zu treten und dem Körper mehr Ruhephasen zu gönnen. Entspannungsmethoden helfen dem Körper bei der Regeneration und nach einiger Zeit sollte sich der gewohnte Zyklus wieder einstellen.

3. Unter- oder Übergewicht verhindern die Periode 

Bei Untergewicht bleibt die Monatsblutung aus. Registriert der Körper ein „zu Wenig“ an Gewicht, reift die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr regelmäßig heran und es kommt folglich auch zu keiner Abstoßung. Der Fokus des Organismus liegt auf den lebenserhaltenden Maßnahmen. So ist das Ausbleiben der Periode ein häufiges Symptom bei den Essstörungen Magersucht und Bulimie. Bei starkem Übergewicht oder Adipositas gerät die Hormonproduktion aus dem Gleichgewicht und die Periode kann versiegen. In beiden Fällen ist es wichtig das Körpergewicht zu normalisieren. Nach erfolgreicher Gewichtszu- oder –abnahme pendelt sich auch der Hormonhaushalt wieder ein und die Monatsblutung erfolgt wie gewohnt. Im Falle einer Essstörung ist zusätzlich die Behandlung durch einen Therapeuten angezeigt.

4. Erkrankungen der hormonbildenden Strukturen 

Damit es überhaupt zu einer monatlichen Blutung kommt, produziert der Körper einen Cocktail verschiedener Hormone. Die Hirnanhangdrüse, die Nebennierenrinde, die Eierstöcke und die Schilddrüse sind maßgeblich beteiligt. Ist ein Teil des endokrinen Systems beschädigt, kann das Ausbleiben der Menstruation die Folge sein. Wucherungen, Tumore oder Fehlbildungen können eine Ursache für das Problem sein. Hier ist es notwendig die genaue Ursache ärztlich zu ermitteln und eine geeignete Behandlung einzuleiten. Schilddrüsenüber- oder –unterfunktionen werden mit der Gabe von Hormonpräparaten behandelt. Im Falle eines Tumors an der Hirnanhangdrüse kann ein operativer Eingriff notwendig sein. Wucherungen oder Zysten in den Eierstöcken können gegebenenfalls auch operativ entfernt werden.

5. Erkrankungen der Gebärmutter als Ursache für Zyklusstörungen 

Verschiedene Erkrankungen der Gebärmutter können dazu führen, dass die Periode ausbleibt. Nach einer Ausschabung (Kürettage) kann die Schleimhaut der Gebärmutter beschädigt sein, sodass es nicht zum monatlichen Aufbau und der folgenden Abstoßung kommt. Auch Verwachsungen der Gebärmutterschleimhaut können zu einem Erliegen der Menstruation führen. Eine angeborene Fehlbildung von Gebärmutter und/oder Vagina kann einen Abgang der Monatsblutung verhindern. In diesem Fall kann der behandelnde Gynäkologe gegebenenfalls durch einen Eingriff das Problem beheben.

6. Absetzen eines hormonellen Verhütungsmittels kann Blutung verhindern 

Wer über einen längeren Zeitraum mit der Antibabypille verhütet und das Präparat absetzt, muss damit rechnen, dass der Monatszyklus zunächst gestört ist. Nach dem Absetzen der Pille kann die Blutung ausbleiben, bis sich der natürliche Zyklus wieder einstellt. Es kann einige Wochen oder Monate dauern, bis sich der Hormonspiegel wieder auf dem normalen Niveau einpendelt.

 

Merke: Das Absetzen der Antibabypille kann zum zweitweisen Ausseetzen der Periode führen.

7. Medikamente, die den Zyklus stören 

Diverse TablettenEine ganze Reihe an Medikamenten kann dazu führen, dass der Zyklus nicht regelmäßig verläuft – die Blutung kann ausbleiben. Dazu zählen in erster Linie hormonelle Verhütungsmittel wie die Drei-Monats-Spritze, die Minipille, Hormonspiralen oder Implantate. Doch auch Androgene (männliche Geschlechtshormone), Medikamente der Krebsbehandlung (auf hormoneller Basis), Präparate mit Kortison und Psychopharmaka können als Nebenwirkung die Menstruation unterbinden. Auch wenn mit der Einnahme eines neuen Medikaments die Blutung ausbleibt, sollte nie eigenständig die Dosis reduziert oder das Präparat abgesetzt werden. In einem Gespräch mit dem behandelnden Arzt kann die Ursache für die Zyklusstörung ermittelt und gegebenenfalls eine andere Medikation verordnet werden.

8. Frühzeitiges Einsetzen der Wechseljahre 

Bei einigen Frauen kommt es bereits vor dem 40. Lebensjahr zu einem Einsetzen der Wechseljahre. Die Eierstöcke stellen die Produktion nach und nach ein. Die Folge: Zunächst kommt es zu Unregelmäßigkeiten im Zyklus, bis die Periode ganz versiegt. Hinzu kommen die klassischen Symptome wie Hitzewallungen und Schlafstörungen.

Zusammenfassung 

Resultierend aus den vorhergehenden Punkten gibt es also eine Vielzahl an Möglichkeiten, warum die Regelblutung ausbleiben könnte. Natürlich gibt es noch weitere Auslöser, wichtig ist in diesem Zusammenhang also in jedem Fall einen Arzt aufzusuchen! Häufige Ursachen für eine Störung der Periode sind:

  • Seelisches Ungleichgewicht und/oder Stress
  • Körperliche Belastung
  • Unter- oder Übergewicht
  • Probleme mit dem Hormonhaushalt
  • Erkrankungen der Gebärmutter
  • Absetzen hormoneller Verhütungsmittel
  • Medikamente
  • (Frühzeitiges) Einsetzen der Wechseljahre

Diagnose der Amenorrhoe: Das macht der Arzt 

Kommt es in drei aufeinanderfolgenden Monaten zu einem Ausbleiben der Regelblutung - ohne dass eine Schwangerschaft vorliegt - ist ein Arztbesuch ratsam. Der Gynäkologe ist die erste Anlaufstelle. Er wird zunächst die Patientin zu den aktuellen Lebensumständen und gegebenenfalls Grunderkrankungen befragen. Bei der Untersuchung des Unterleibs (Gebärmutter, Eierstöcke, Vagina) können mögliche körperliche Veränderungen festgestellt werden. Ultraschallaufnahmen können zum Einsatz kommen. Liegt keine physische Veränderung der Strukturen vor, wird er Blut- und Urinproben abnehmen und den Hormonspiegel untersuchen. Liegt hier das Problem, kann ein Endokrinologe hinzugezogen werden.

Behandlung der Zyklusstörung richtet sich nach Ursache 

Je nachdem, was die Störung des Menstruationszyklus verursacht, wird eine passende Therapie begonnen. In den meisten Fällen ist ein seelisches Ungleichgewicht und Stress die Ursache. Hier gilt: Ruhe in den Alltag bringen und die innere Mitte wiederfinden. In einigen Fällen kann eine Therapie helfen den Gemütszustand in den Griff zu bekommen. Eine hormonelle Erkrankung wird meist mit der Gabe von Hormonpräparaten behandelt, sodass der reguläre Zyklus wieder stattfindet. Körperliche Veränderungen wie Tumore werden operativ behandelt.

 

Passende Produkte zum Thema: 

 

Bildnachweis:

©katicaj, pixabay.com

©Pedro Figueras, pixabay.com

Beiträge die Sie auch interessieren könnten

Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

Schreib einen Kommentar

help
help
help

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Zu unseren Datenschutzbestimmungen.