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Moringa - Nahrungsergänzung der Extraklasse

Kommentar schreiben Mittwoch, 13. November 2019

Der Moringabaum zählt zu den nährstoffreichsten Gewächsen der Erde. Der Wunderbaum ist reich an hochwertigem Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Studien haben seine antioxidative, blutzucker- und blutfettsenkende, abwehrstärkende, schmerzlindernde und krebshemmende Wirkung zumindest im Labor bestätigt. Alle Pflanzenteile des Moringabaums, vor allem die Blätter, können zur Stärkung der Gesundheit verwendet werden. Mit den Samen kann sogar Wasser desinfiziert und zum Trinken nutzbar gemacht werden. Erfahren Sie hier, was alles drin steckt in dem Superfood und bei welchen Erkrankungen es helfen kann.

 

Was ist Moringa?

 

Moringa oleifera ist ein Baum, der im Himalaya und Nordwestindien beheimatet und inzwischen auch in anderen tropischen und subtropischen Gegenden, besonders in Afrika, zu Hause ist. Er wird auch Wunderbaum und Baum des Lebens genannt. Den scharf schmeckenden Senfölglykosiden in seinen Wurzeln hat er den Namen Meerrettichbaum zu verdanken.1 Der Moringabaum kann bis zu 30cm im Monat wachsen und erreicht in einem Jahr eine Höhe von 4 – 8 Metern.1 Das prädestiniert ihn zum schnell brauchbaren Nährstofflieferanten.

 

Wie wird Moringa genutzt?

 

Am nährstoffreichsten sind die Blätter mit einer Länge von 20 – 25cm. An den Rispen sitzen 1 – 2cm lange Blättchen. Sie werden frisch als Gemüse verzehrt oder zu Pulver und Saft verarbeitet. Auch als Viehfutter lassen sie sich verwenden. Die Wurzeln mit ihrem antibakteriellen Senföl finden Anwendung als traditionelles Naturheilmittel, Tierfutter, Reinigungs- und Pflanzenschutzmittel. Die Rinde der Wurzel sollte vorher entfernt werden, da sie leicht giftige Alkaloide enthält.

 

Die 25 – 45cm langen Früchte werden unreif als bohnenähnliches Gemüse gegessen. Wenn sie reif sind, wird die Schale holzig, springt auf und setzt die Samen frei. Sie haben die Fähigkeit, Wasser zu reinigen und zu desinfizieren.1 Dazu werden die Samen fein zerrieben. Im Wasser verklumpen sie mit den Schwebestoffen und Krankheitserregern, mit denen sie zu Boden sinken. Nur noch Abseihen und fertig ist das Trinkwasser! Moringasamen können auch als Seifenersatz dienen.3 Daneben liefern die Samen das lang haltbare Behenöl. Es wird z.B. als Schmieröl, Speiseöl, Biodiesel und in Kosmetika genutzt.1

 

Wie wird Moringa hergestellt?

 

Die Moringablätter werden von Hand geerntet, gewaschen, getrocknet und pulverisiert. Qualität und Nährstoffgehalt hängen davon ab, ob die Pflanzen aus kontrolliert biologischem Anbau stammen oder konventionell hergestellt sind. Auch die Verarbeitung, ob schonend mit einer Schatten-Trockenmethode oder mit hohen Temperaturen, wirkt sich auf den verfügbaren Nährstoffgehalt aus. Eine hohe Qualität ist z.B. an dem leicht scharfen Geruch und der frischen grünen Farbe erkennbar. Moringa-Blätter und –Pulver können zu Tee aufgegossen werden. Aus Moringapulver kann auch Saft hergestellt werden.2

 

Welche Inhaltsstoffe hat der Wunderbaum?

 

Die grünen Blätter enthalten mehr Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente als die meisten Gemüsearten: Sie haben mehr Eisen als Spinat, mehr Kalzium als Milch, mehr Kalium als Bananen und mehr Vitamin A als Karotten. Auch mit anderen Mikronährstoffen ist der Moringabaum reich gesegnet, z.B. mit den Vitaminen B1, B2, B3, B6, C, D, E und K, mit Magnesium, Kupfer, Zink, Chrom, Bor und Mangan. Er enthält Eiweiß von bis zu 30 g pro 100 g-Pulver.

 

Die Menge der Inhaltsstoffe variiert stark von Boden zu Boden und hängt auch von der Art der Produktion ab. Besonders gesundheitsfördernd neben den Mikronährstoffen sind die antioxidativen, entzündungshemmenden Polyphenole, z.B. Flavonoide (Farbstoffe) und die Senfölglykoside. Das Pflanzenhormon Zeatin, das zum schnellen Wachstum und zur Regeneration der Pflanze beiträgt, wirkt sich auch förderlich auf die Gesundheit aus: Es unterstützt die Wiederherstellung von Hautschädigungen, ihre Elastizität und es kann den Alterungsprozesses verlangsamen.2

 

Bei welchen Erkrankungen hilft Moringa? - Moringa senkt Blutzucker und Blutfettwerte

 

Die blutzuckersenkende Wirkung des Wunderbaums ist durch zahlreiche Studien belegt.1 Der Blutzuckeranstieg nach der Mahlzeit wurde bei Diabetes-Typ-2 z.B. bei Zugabe von 50 g Pulver um 21% gesenkt.4 Eine Gabe von 8g Pulver 40 Tage lang senkte den Nüchternblutzucker um 26% und den Blutzucker nach den Mahlzeiten um 28%.In der zweiten Studie wurde zudem festgestellt, dass neben dem Blutzucker auch die Blutfettwerte gesenkt werden konnten: Die Triglyceride um 14% und das „schlechte“ LDL-Cholesterin um 29%. In einem Tierversuch bekamen Ratten neben fettreichem Futter 1 Gramm Moringablattextrakt pro Kilo Körpergewicht. Ihr Cholesterin sank um 14,4%.6 In einem Versuch über 12 Wochen mit Kaninchen, die cholesterinreiches Futter und 100 mg Moringablattextrakt pro kg Körpergewicht zu fressen bekamen, wurde der Gesamtcholesterinspiegel um 50 % gesenkt und die Ablagerungen (Plaques) in den Gefäßen um 50-86% reduziert.

 

Moringa schützt Organgewebe und die Sehkraft

 

Moringa reduzierte im Tierversuch Schädigungen der Leber durch eine fettreiche Diät8  und durch den Wirkstoff Acetaminophen (Paracetamol).9,10 Auch die Schädigung von Nierengewebe durch ein Antibiotikum bei Kaninchen wurde durch Moringaextrakt deutlich verringert.11 Gewebe- und Funktionsschäden des Herzens durch einen Wirkstoff gegen Bluthochdruck konnten durch die Gabe von 200 mg Moringablattextrakt pro Kilo Körpergewicht der Versuchstiere wirksam gehemmt werden.12

 

Man geht davon aus, dass die antioxidative Wirkung des Wunderbaums die Gewebsschäden verringern. Moringa konnte im Tierversuch die Entstehung von Magengeschwüren während der Einnahme von Aspirin verhindern. Als Ursache wird von der verstärkten Freisetzung von Serotonin ausgegangen.13 Bei einer Gabe von Selenit bei Ratten, die normal eine Augenlinsentrübung zur Folge hat, gab es keine Linsenschädigung, wenn gleichzeitig Moringa verabreicht wurde.14 Auch diabetischen Netzhautschäden konnte bei Ratten durch Moringa vorgebeugt werden. Ursache ist die antioxidative und antientzündliche Wirkung des Superfoods.15

 

Moringa ist ein starkes Antioxidans und zeigt Wirkung gegen Krebszellen

 

Moringa kann in hohem Maße freie Radikale binden und Zellen und Erbgut vor Schädigungen schützen.1 Die höchste antioxidative Kraft haben die Blätter des Wunderbaums.16 Durch Reduktion von oxidativem Stress werden entzündliche Prozesse verringert und der Schädigung des Erbguts mit möglicher Tumorbildung entgegengewirkt. Wässriger Moringablattextrakt hemmt das Wachstum und die Vermehrung von Krebszellen im Reagenzglas und löst den Zelltod aus.17 Auch das deutsche Krebsforschungsinstitut bestätigt die Wirkung Moringas auf Krebszellen in Zellkulturen. Die Prüfung am Menschen steht noch aus.18 

 

Moringa stärkt das Immunsystem, lindert Schmerzen und fördert die Wundheilung

 

Im Tierversuch mit Mäusen stimulierte die Gabe von 250 und 750mg Moringaextrakt pro Kilo Körpergewicht die Abwehrreaktion sowohl in den Zellen wie im Blut. Interessanterweise erwies sich die Anwendung der niedrigeren Dosis als effektiver.19 Bei einem Versuch an Ratten mit Arthritis konnten sowohl die Blätter als auch die Wurzel des Moringabaums die Schmerzen effektiv lindern.20 Inhaltsstoffe wie Quercetin und Kämpferol tragen zur Wundheilung bei.1 In einer Studie mit menschlichen Bindegewebszellen förderte Moringablattextrakt die Lebensfähigkeit und Vermehrung der Zellen.21

 

Moringa kann den Blutdruck senken und die Gehirnfunktionen verbessern

 

Moringaextrakt hat im Tierversuch eine blutdrucksenkende Wirkung.22 In Gehirnzellen verringert Moringa Schäden durch einen Schlaganfall bei Versuchstieren, indem es den oxidativen Stress reduziert und antioxidativ wirkende Enzyme aktiviert.23 Auch Nervenzellen im Hippocampus werden geschützt und in ihrem Wachstum stimuliert.24

 

Wer sollte Moringa nicht einnehmen?

 

Insbesondere die Wurzel, die Alkaloide enthält, ist absolutes Tabu in der Schwangerschaft. Sie kann eine Fehlgeburt auslösen.3

 

Was sollte bei der Einnahme anderer Medikamente beachtet werden?

 

Moringa kann den Blutzucker senken. Deshalb sollten Diabetiker häufig den Blutzucker messen.3 Wenn Krebspatienten Moringa einnehmen möchten, sollten Sie mit Ihrem Arzt vorher besprechen, ob Wechselwirkungen mit ihren Medikamenten auftreten könnten. Vorsicht ist z.B. bei Immunmodulatoren und bestimmten Antihormontherapien geboten.18

Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

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