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Mumps, Masern und Röteln

Kommentar schreiben Donnerstag, 23. März 2017

Viele Kinderkrankheiten lassen sich mit einer einfachen Impfung verhindern, doch kaum eine Impfung ist so umstritten wie die Dreifachimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln (MMR). Viele Eltern haben Angst vor Komplikationen nach der Immunisierung. Lesen Sie hier, was Mumps, Masern und Röteln eigentlich sind und was am Impf-Mythos dran ist.

Die Begriffe Mumps, Masern und Röteln hat wohl Jeder schon einmal gehört. Dabei handelt es sich um virale Infektionskrankheiten im Kindes- und Jugendalter, schreibt das Robert-Koch Institut. Doch auch ungeschützte Erwachsene können die Viren befallen. Da immer weniger Menschen genau über ihren Impfstatus bescheid wissen, oder sich bewusst gegen eine Impfung ihrere Kinder entscheiden, ist die Zahl der registrierten Fälle in den vergangenen Jahren wieder gestiegen.

Dabei hatte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Ausrottung der vermeidbaren Krankheiten bis zum Jahr 2000 vorgenommen - das Vorhaben scheiterte. In Entwicklungsländern sind Mumps-, Masern- und Rötelninfektionen immer noch eine verbreitete Todesursache, doch auch in Europa halten sich die Viren hartnäckig in der Bevölkerung. Denn wenn ein zu geringer Prozentsatz der Menschen immunisiert sind (durch das Überstehen der Krankheiten oder die Impfungen) können sich die Viren in Ballungsgebieten schnell ausbreiten.

Was passiert bei Mumps?

Die Mumpsviren gehören zu der Familie der Paramyxoviren, sie werden über Tröpfcheninfektion, also beim Husten, Sprechen, Nießen oder Küssen von Mensch zu Mensch übertragen. Eher selten ist eine Infektion durch kontaminierte Gegenstände, wie gemeinsam benutztes Besteck. Die Viren kommen weltweit vor und können in jedem Lebensalter und jeder Gesellschaftsschicht auftreten.

Bei einer Infektion schwellen Ohrspeicheldrüsen und in manchen Fällen auch Bauchspeicheldrüse, Lymphknoten, Eierstöcke oder Hoden deutlich tastbar an. Das typische Symptom sind daher geschwollene Backen. Zu den Symptomen zählen Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und durch die geschwollenen Drüsen Schmerzen beim Kauen und Kopfdrehen. Die typischen dicken Backen halten drei bis acht Tage lang an. Bei etwa einem Drittel der Infizierten kommt es zu keinen oder nur sehr schwachen Symptomen. Daher wird die Krankheit nicht immer erkannt. Die Krankheitsdauer kann mehrere Wochen betragen. Ansteckungsgefahr besteht bereits etwa eine Woche vor Ausbruch bis eine Woche nach dem Abklingen der Symptome. Mumpsviren sind sehr ansteckend.

Behandlung von Mumps: Symptome lindern

Besteht der Verdacht auf eine Mumps-Infektion muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Die Krankheit ist beim Gesundheitsamt und Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Horts und Kindergärten meldepflichtig. Der Arzt kann gegebenenfalls Mittel zur Behandlung der Symptome verschreiben. Doch gegen Mumps kann man nichts tun. Lediglich die zweifache MMR-Impfung bietet einen bis zu 95%igen Schutz vor den Viren.

Das Problem: infizieren sich (junge) Erwachsene mit Mumps, kann es zu Komplikationen kommen. Es besteht die Gefahr, dass sich die Hirnhäute oder das Gehirn entzünden. Im Anschluss an eine solche Folgeerkrankung kann es zu bleibenden körperlichen Schäden kommen.

Das Masernvirus

Auch die Masernviren werden mittels Tröpfcheninfektion übertragen kommen weltweit vor und sind höchst ansteckend. Hier reicht es meist schon aus mit einer infizierten Person in einem Raum zu sein. Die Viren überleben ohne Wirt mehrere Stunden lang in der Luft.  Eine Ansteckungsgefahr besteht zwischen dem 5. Tag vor Ausbruch der Krankheit und 4 Tage danach. Der gesamte Krankheitszeitraum erstreckt sich also auf bis zu zwei Wochen. In dieser Zeit sollte der Erkrankten zuhause bleiben und Bettruhe halten. Auch Masern sind beim Gesundheitsamt zu melden.

Die Masern beginnen mit einem grippeähnlichen Vorstadium. Zu den Symptomen gehören Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Später kommen trockener Husten, Tränenfluss und Schnupfen dazu. Im Hauptstadium er Krankheit kommt es zu dem typischen Ausschlag. Auf der Wangenschleimhaut sind kleine weiße Flecken auf hellrotem Grund zu erkennen, die Haut ist mit roten, stecknadelkopfgroßen Punkten übersät. Betroffen ist die gesamte Hautoberfläche und die Schleimhäute - einzige Ausnahme bilden die Hand- und Fußinnenseiten.

Risikogruppen: Erwachsene und Schwangere

Auch bei dem Verdacht auf Masern sollte sofort der Hausarzt aufgesucht werden. Er kann die Diagnose meist schon durch die körperliche Untersuchung stellen. Auch hier können nur die Symptome der Erkrankung gelindert werden. 10 bis 20% der Betroffenen der westlichen Industrieländern entwickeln schwerwiegende Komplikationen - sogar der Tod ist möglich. Dabei steigt das Risiko propotional mit dem Alter. Je älter der Patient, desto schwieriger kann der Krankheitsverlauf sein.

Vor allem bei einer geplanten Schwangerschaft sollte der Impfstatus gecheckt werden. Denn selbst wenn die werdende Mutter die Masern-Erkrankung gut verkraftet können die Viren auf das ungeborene Kind übergehen und zu Missbildungen führen. So kann es zu Taubheit, Blindheit, geistigen und körperlichen Einschränkungen kommen. Eine Impfung ist während der Schwangerschaft nicht mehr möglich. Allerdings gibt es die Möglichkeit Antikörper gegen Masern zu injizieren, sollte eine schwangere Frau mit den Viren in Kontakt gekommen sein. Dies ist aber nur unmittelbar nach dem Kontakt mit den Erregern möglich und effektiv. Ist die Frau vor der Schwangerschaft bereits immun gibt sie ihre Antikörper zum Teil an das Kind weiter. Eine Infektion in den ersten Lebenswochen ist daher sehr unwahrscheinlich.

Rötel-Viren

Auch Röteln sind ansteckende Viren (Rubella-Virus), die mittels Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden. Etwa 2 bis 3 Wochen nach der Infektion treten die ersten Symptome auf. Meist beginnen Röteln mit erkältungsähnlichen Symptomen, wie erhöhter Temperatur und leicht entzündeten Atemwegen. Deshalb wird die Infektion oftmals mit Scharlach oder den Masern verwechselt.

Die Lymphknoten im Nacken hinter den Ohren können schmerzhaft anschwellen, die Bindehaut und die Augenlider können sich entzünden. Ein roter Hautausschlag breitet sich vom Gesicht über den ganzen Körper aus. Die kleinen, hellroten Punkte verschwinden meist von alleine nach einigen Tagen wieder. Bei Babys und Kleinkindern verläuft die Infektion meist harmlos und ohne schwere Komplikationen. Doch auch hier sind Erwachsene vor einer Ansteckung nicht gefeit und haben dann mehr mit der vermeintlichen "Kinderkrankheit" zu kämpfen.

Von einer Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen zwischen 14 und 21 Tage. Doch bereits eine Woche bevor der typische Hautausschlag entsteht, können weitere Menschen angesteckt werden. Auch eine Wochen nachdem die roten Flecken verschwunden sind, können die Viren weitergegeben werden.

Röteln während der Schwangerschaft

Kommt es während einer Schwangerschaft bei der Mutter zu einer Infektion mit Röteln, kommt es in 60 bis 90% aller Fälle zu einer Übertragung auf das Ungeborene. Dies geschieht über den Blutkreislauf. Geschieht dies bis zur siebten Schwangerschaftswoche besteht, eine 50%ige Wahrscheinlichkeit für Fehlbildungen wie Herzschäden, Taubheit, Blindheit, geistige und körperliche Beeinträchtigungen  sowie Gehirn- und Lungenentzündungen. Das Risiko sinkt mit zunehmenden Schwangerschaftswochen.

Allerdings sollte keine Frau dieses Risiko eingehen und vor der Befruchtung für einen ausreichenden Impfschutz gegen Mumps, Masern und Röteln sorgen.

Umstrittene Dreifachimpfung gegen MMR

Die Impfung gegen Mumps, Masern und Röteln (MMR) kann die Ansteckung verhindern. Doch ist sie bei Impfgegnern umstritten. Der Mediziner Andrew Wakefield will 1998 den Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung und Krankheiten, wie Autismus oder Morbus Crohn nachgewiesen haben. Inzwischen gilt seine Studie als widerlegt. Weitere Untersuchungen zum Thema konnten seine These nicht bestätigen. Dennoch hält sich dieser Mythos in den Köpfen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen die drei Viren ab einem Alter von 11 Monaten. Zwei Impfungen sind für die Immunisierung nötig. Die zweite Immunisierung erfolgt frühestens vier Wochen nach der ersten Spritze, sollte spätestens bis zum zweiten Lebensjahr erfolgt sein. Leichte Nebenwirkungen können auftreten - sind allerdings nicht ansteckend. Bei ihrem Hausarzt oder dem örtlichen Gesundheitsamt können Sie sich genau über die Impfung informieren. Auch Erwachsene sollten ihren Impfschutz regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls auffrischen lassen. Liegt keine oder nur eine Immunisierung vor, sollte die zweite Schutzimpfung zeitnah nachgeholt werden. Inzwischen gibt es sogar einen Vierfach-Impfstoff, der nicht nur vor Mumps, Masern und Röteln schützt sondern auch die Keuchhustenimpfung abdeckt.

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Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

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