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Nickelallergie: Schmuck, Brille und Gürtel sind Auslöser

Kommentar schreiben Freitag, 23. September 2016

Ob in Schmuck, dem Brillengestell oder der täglichen Nahrung: Nickel ist allgegenwärtig. Das spüren vor allem die Menschen, die auf den Kontakt mit dem Schwermetall allergisch reagieren. Ein Ausschlag mit Juckreiz und Hautveränderungen ist die Folge. Eine Heilung ist bislang nicht möglich. Trotzdem können Betroffene etwas gegen die Kontaktallergie tun. 

Nickel ist ein chemisches Element, das im Periodensystem zu den Schwermetallen gehört. Es ist in sehr vielen Metall-Legierungen enthalten. So kommt es in Modeschmuck, aber auch Gold- und Silberstücken vor. Selbst unsere Geldmünzen enthalten Nickel. Eigentlich ist das kein Problem, denn der menschliche Körper ist auf dieses Spurenelement in der Nahrung angewiesen. Es unterstützt beispielsweise die Funktion von Proteinen im Körper.

Nickelallergie: Immunabwehr springt an

Doch rund 10 Prozent der deutschen Frauen und bis zu zwei Prozent der Männer reagieren allergisch auf Nickel. Damit ist die Nickelallergie eine der häufigsten Kontaktallergien. Liegt etwa ein Schmuckstück auf der Haut auf, löst der Schweiß die Nickelionen aus dem Metall und diese dringen durch die Hautschichten in den Körper ein. Das Immunsystem sieht die Nickelionen fälschlicherweise als gefährliche Eindringlinge an und eine Immunreaktion wird angestoßen.

Und das sieht man: Denn 24 Stunden bis drei Tage nach dem Kontakt zu einem nickelhaltigen Gegenstand zeigt sich ein roter Ausschlag an der betreffenden Stelle. Das ist verbunden mit einem starken Juckreiz, eventuell Bläschen und Quaddelbildung und Abschuppung der Haut. Auch eine Schwellung kann ein Symptom der Nickelallergie sein. Durch kleine Risse und Verletzungen der Haut kann das Nickel besser eindringen.

Bei längerem Kontakt: chronisches Ekzem

Besteht der Kontakt zu dem nickelhaltigen Gegenstand über einen längeren Zeitraum, kann sich die Hautstelle verändern. Die Haut wird gröber und verdickt deutlich. Bei jeglicher Hautveränderung sollte umgehend ein Dermatologe aufgesucht werden. Er kann mittels Befragung des Patienten und einer Untersuchung der betroffenen Hautareale die Diagnose Nickelallergie stellen. Ein Hauttest kann diese Vermutung untermauern.

Die Ursache für die Nickelallergie ist bislang nicht restlos geklärt. Doch Experten gehen davon aus, dass ein früher erster Kontakt mit dem Schwermetall über Körperwunden dazu führen kann. Das ist etwa beim Ohrlochstechen oder Piercen der Fall. Wird hierbei nickelhaltiger Schmuck verwendet, gelangen die Nickelionen beim durchstoßen der Haut in den Körper. Die Abwehrzellen „merken“ sich den Eindringling und reagieren bei jedem erneuten Kontakt.

Nickelallergie: Behandlung und Pflege

Hat der Hautarzt die Diagnose gestellt, wird die betroffene Körperstelle meist mit einer Kortisol-Salbe oder Creme behandelt. Bei korrekter Anwendung über einen kurzen Zeitraum besteht keine große Gefahr vor den Nebenwirkungen des Medikaments. Eine „Heilung“ von der Allergie gibt es nicht. Allerdings wird mit der äußerlichen Behandlung eine gute Verbesserung erzielt und der Ausschlag geht meist zurück.

Für Betroffene ist es ab der Diagnosestellung wichtig, den Kontakt zu Nickel zu meiden. Dazu gehört der Verzicht auf nickelhaltige Schmuckstücke, Gürtelschnallen, Brillengestelle, Jenas-Knöpfe, BH-Verschlüsse oder Piercings. Bei jeden neuen Kontakt kann es wieder zu einer Hautreaktion kommen. Auch Prothesen, Zahnersatz oder medizinisch eingesetzte Nägel oder Klammern, die bei Knochenbrüchen verwendet werden, können Nickel enthalten. Sie sollten in Absprache mit dem jeweiligen Spezialisten mit einer nickelfreien Alternative ersetzt werden.

Eine gute Hautpflege ist die beste Prophylaxe gegen die Allergie. Denn wo keine Risse in der Haut sind, kann das Element kaum eindringen.

Nickel im Essen: Diät möglich

Bei schwerwiegenden Fällen der Nickelallergie kann auch die in der Nahrung enthaltene Menge an Nickel zu einer Verschlechterung der Symptome führen. Dies ist allerdings  nur sehr selten der Fall. In Absprache mit dem behandelnden Arzt kann dann eine nickelfreie Diät ausprobiert werden. Das ist allerdings nicht einfach, ein ganzer Verzicht auf das Spurenelement ist nicht möglich.

Besonders nickelhaltige Lebensmittel sind etwa Kaffee, Tee, Hülsenfrüchte, Erdbeeren, süße Kirschen, Himbeeren, Nüsse, Pilze, Spargel, Spinat Brokkoli, Blumenkohl, Zwiebeln, Tomaten, Kartoffeln, Leber, Schokolade und Vollkornprodukte.

Diät: unter Experten umstritten

Die nickelfreie Ernährungsweise ist bei den Experten umstritten. Bei einer großen Beeinträchtigung der Lebensqualität kann diese Diät allerdings für sechs bis acht Wochen lang ausprobiert werden – jedoch nur unter der genauen Absprache mit dem Arzt. Sollte sich in diesem Zeitraum keine Besserung einstellen, ist die Diät wirkungslos.

Nickelallergie: Arbeitsunfähigkeit in manchen Berufen

Einige Berufsgruppen kommen täglich mit dem Element in Kontakt. Dazu gehören Friseure, Menschen, die in der Galvanisierung arbeiten, Juweliere, Kassierer, Zahnärzte und deren Assistenten, Monteure von elektrischen Anlagen, Menschen aus der Metallindustrie, Uhrmacher und alle, die häufigen Hautkontakt zu metallischen Gegenständen haben.

Gegebenenfalls ist das Tragen von Handschuhen und Sicherheitskleidung nötig, damit sich die Symptome der Allergie verbessern. In schlimmen Fällen kann eine Arbeitsunfähigkeit eintreten. Das ist allerdings die Ausnahme, mit der Beachtung einiger Schutzmaßnahmen können die meisten Allergiker ihrem Beruf weiterhin nachgehen. Der Dermatologe spricht mit Ihnen über die Möglichkeiten, wie Sie dem Nickel am Arbeitsplatz „ausweichen“ können.

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Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

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